Die Ringelnatter Natrix natrix ist eine in der Schweiz weit verbreitete Schlangenart, die in der Regel in der Nähe von Gewässern lebt und als ungefährlich für den Menschen gilt. Es gibt zwei Unterarten, die in der Schweiz vorkommen: die Nominatform Natrix natrix natrix im Nordosten und die Barrenringelnatter Natrix natrix helvetica im Grossteil des Landes. Obwohl sie relativ anpassungsfähig ist, wird die Ringelnatter in der Schweiz als gefährdet eingestuft, da ihre Lebensräume durch Zersiedelung, Straßenbau und Pestizide beeinträchtigt werden.
Größe:
Weibchen können bis zu 140 cm lang werden, während Männchen etwas kleiner sind.
Lebensraum:
Ringelnattern bevorzugen feuchte Gebiete wie Moore, Fluss- und Seeufer oder Teiche, aber auch andere Lebensräume wie Wälder und sogar Kiesgruben, solange sie ausreichend Deckung und Versteckmöglichkeiten bieten.
Nahrung:
Ihre Hauptnahrung besteht aus Fröschen, Kröten, Fischen und anderen kleinen Lebewesen.
Fortpflanzung:
Die Weibchen legen ihre Eier in verrottenden Pflanzenmaterialien wie Laubhaufen oder Komposthaufen ab, wo es feucht und warm ist.
Winterruhe:
Ringelnattern halten von Oktober bis März Winterruhe.
Gefährdung und Schutz:
Die Ringelnatter wird in der Roten Liste der gefährdeten Arten der Schweiz als stark gefährdet eingestuft. Zu den Hauptgefährdungsursachen gehören die Zerstörung ihres Lebensraums, wie die Entwässerung von Feuchtgebieten, die Regulierung von Flüssen und der Siedlungsbau. Auch der Straßenverkehr und Pestizide stellen eine Bedrohung dar. Der Schutz von Feuchtgebieten, die Anlage von Streue- und Komposthaufen sowie die Vermeidung von Pestizideinsatz können dazu beitragen, die Ringelnattern zu schützen.
Ringelnatterhaufen
Die Weibchen legen ihre Eier (10-40 Stk.) zw. Juni und August bevorzugt an Stellen ab, die über einen längeren Zeitraum durch Verrottung organischen Materials Wärme (ca. 28°) freisetzen. Geeignet sind etwa vermodernde Baumstümpfe, Kompost-, Sägemehl-, Mist-, oder Schnittguthaufen. Mäharbeiten an Weiherstandorten sind deshalb ideal um Eiablegeplätze für Ringelnattern zu erstellen. Das Schnittgut wird zu einem Haufen geschichtet und mit Ästen versetzt, um die Luftzirkulation im Haufen zu verbessern. Zusätzlich können pestizidfreies Sägemehl, Häcksel, Holzschnitzel oder Laub beigefügt werden. In diesen Schnittguthaufen entwickeln sich die Eier innerhalb von rund 8 Wochen selbstständig.
Monitoring:
Um Ringelnatter-Nachweise gezielt zu suchen, habe ich im Frühling 2025 mit einem Monitoring im Rottal begonnen. In 6 potentiell interessanten Lebensräumen mit Weiherstandorten habe ich 5 bis 12 Platten ausgelegt. Diese werden von der Ringelnatter gerne zum Schutz vor Fressfeinden, Suche nach Beutetieren oder zum Aufwärmen aufgesucht. Einmal pro Woche kontrolliere ich die Platten. An zwei Standorten konnte ich bisher diverse junge Ringelnattern nachweisen.
Text und Bilder: Patrick Zemp










