Lebensraum Chlosterwald

Im Chlosterwald bei St. Urban, welcher sich über die Kantonsgrenze (Gemeinde Pfaffnau LU und Murgenthal AG) erstreckt, soll der Wald wieder gemäss traditioneller Art bewirtschaftet werden. Dabei soll ein sogenannter „Mittelwald“ entstehen. Dies ist eine Bewirtschaftungsform wie sie das Kloster St. Urban einst häufig praktizierte. Hier wird mit den lückig stehenden grossen Bäumen wertvolles Bau- und Möbelholz produziert. Die darunter liegende, abschnittweise alle 20 bis 30 Jahre auf den Stock gesetzte Hauschicht dient als Brennholz.

 

Artenreicher Wald – genussvoller Erholungsraum

Ein Mittelwald bietet für Pflanzen und Tiere viele verschiedene Nischen und ist folglich eine der artenreichsten Waldformen im Mittelland. Mit seinem parkartigen Charakter, den eindrücklichen Baumriesen, seiner Blütenpracht, den vielfältigen Düften und dem Spiel von Licht und Schatten ist er für uns Menschen zudem ein erholsamer Naturerlebnisraum.

 

Erster Mittelwald im Kanton Luzern

Nach jahrelangen Vorbereitungsarbeiten auf Initiative des Vereins Lebendiges Rottal und dank grossem Engagament des Försters von Pfaffnau konnte im 2012 im Gemeindewald von Pfaffnau über die Kantonsgrenze Aargau-Luzern hinweg eine erste Teilfläche umgesetzt werden. Nachdem über hundert Jahre diese Bewirtschaftung aufgegeben war, erhielt so der Kanton Luzern  wieder ein Stück Mittelwald zurück. Bereits sind hier imposante Stieleichen und Rotbuchen zu bestaunen. Im Unterwuchs, der sogenannten Hauschicht, dominieren knorrig gewachsene Hagebuchen.

 

Besondere Naturbeobachtungen

Wo nach dem Schlag viel Licht hinkommt, spriessen viele Blumen. Das Grosse Mausohr jagt hier auf dem kaum bewachsenen Boden der Schlagfläche. Die Haselmaus nutzt das Strauchdickicht der frisch aufwachsenden Büsche. Die Raupe des Blauen Eichenzipfelfalters frisst auf den Blüten der weit ausladenden Eichenkronen. Seltene Vogelarten wie Mittelspecht, Pirol, Nachtigall und Kuckuck konnten hier schon festgestellt werden. Ziel der Vergrösserung der Pilotfläche ist unter anderem, dass solche Raritäten wieder regelmässig brüten können. Über 25 Hektaren gross ist das Kerngebiet, wo noch viele alte Eichen Buchen und Eschen stehen. Der Verein macht hier mit seinem kleinen Waldstück am Steinibächli mit.

Gleich nebenan besteht bereits der Trübelbachweiher und nicht weit entfernt befindet sich das Naturwaldreservat der Burgergemeinde Roggwil.