Zwei Dutzend Interessierte machten sich sonntagmorgens auf dem Weg durch das grösste Waldgebiet des Mittellands Richtung Waldvernässung ins Langholz. Der Ornithologe Beat Rüegger konnte unterwegs verschiedene Lebensraum- und Waldaufwertungen erläutern und erklären wer davon profitierte. Eindrücklich ist die Zunahme der Spechtarten im Bereich der Waldvernässung, wo zahlreiches Totholz Nahrung und Nistmöglichkeiten bietet: neben Buntspecht, Schwarzspecht, Grünspecht und Kleinspecht brütet hier sogar wieder der Mittelspecht, der sich durch kurzes Rufen bemerkbar machte. Auf dieser grossen Feuchtgebiets-Lichtung kommt zudem der Grauschnäpper vor, der in ganz Rothrist ansonsten verschwunden ist. Ruedi Bättig vom Kantonsforstamt erläuterte die Pionierrolle des Kantons und der öffentlichen Waldbesitzer für solche Naturförderfördergebiete im Wald. Gerade wo "krampfhaft" versucht wurde zu entwässern, ist es heute opportun, den Wald der Natur zurückzugeben. Nicht überall soll die Holzproduktion im Vordergrund stehen. Es braucht auch in gut erschlossenen Wäldern neue vielfältige Naturoasen. Diese sind zudem mit Totholzinseln gut miteinander zu vernetzen, da nicht alle Lebewesen gleich mobil sind. Neuerdings mischt hier der Biber bei der Gestaltung mit, weshalb einzelne Wege verlegt werden mussten.
Beindruckt von der vielfältigen, reich blühenden Waldsumpflandschaft wurde der idyllische Gfillmoosweiher aufgesucht. Peter Liebi berichtete Spannendes zur Entstehung des Karpfenteichs und dem vielfältigen Leben darin und rundherum. Die Teilnehmend hatten sogar das Glück, eine über den Teich schwimmende Ringelnatter beobachten zu können. Der Wandergruppe wurde vom Naturschutz Rothrist zum Abschluss des gemütlichen Morgens ein reichhaltiger Apéro mit leckeren regionalen Produkten aufgetischt und so konnten sich alle gut gestärkt und voller schöner Erinnerung auf den Heimweg machen.
Hast du den Rundgang verpasst: Wenn diesen machen möchtest, findest du die Route und Tipps auf unseren Wandervorschlägen.
Mehr Infos über die Bedeutung und Wiederherstellung von Feuchtwäldern findest du im Artikel von Naturschutz.ch und der dort zitierten aktuellen Publikation der Eawag, WSL und ETH:

































