Besondere Tier- und Pflanzenarten

Zwischen 1950 und 1990 fanden im Schweizer Mittelland zahlreiche Meliorationen statt und die Intensivierung der Landwirtschaft nahm in diesem Zeitraum stark zu. Dies fand auch im Hügelgebiet der Rotberge statt, dem Quellgebiet der grossen, der kleinen Rot und der Pfaffnern. Dank umsichtiger Landbewirtschafter blieben hier aber einige vielfältige Lebensräume bis in die heutige Zeit erhalten. Wie Untersuchungen verschiedener Fachleute und Vereinsmitglieder am Tag der Artenvielfalt 2009 sowie zahlreiche Feldbegehungen in den letzten Jahren ergaben kommen hier einige seltene oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten vor. Mit etwas Glück können gar Arten entdeckt werden, die im ganzen Mittelland sehr selten geworden sind.

 

In verschiedenen Projekten engagieren wir uns zusammen mit Partnern für den Erhalt dieser Naturschätze und helfen mit der Anlage neuer geeigneter Lebensräume, dass sich diese Arten wieder ausbreiten können.

 

Die Liste National Prioritärer Arten in der Rottaler Kulturlandschaft zeigt auf, welche national wichtigen Arten hier vorkommen.

 

 


Säureliebende Arten

Als Besonderheit im Mittelland finden wir im Rottal bzw. im Hügelgebiet zwischen Langete und Wigger auffällig viele säureliebende Pflanzenarten. Die Gletscher der letzten grossen Eiszeit stiessen nicht mehr bis in dieses Gebiet vor und lagerten deshalb auch keine kalkreichen Geschiebe ab.

 

Eine dieser Pflanzengesellschaften wird als  "Ginsterheide" bezeichnet, da sie von gelbblühenden Ginsterarten wie Besenginster und Färberginster geprägt wird. An sonnigen Orten bestandsbildend ist meist auch die Besenheide (Heidekraut; Volksname: Brüsch), der Salbeiblättrige Gamander, der Kleine Sauerampfer, im Wald der Rippenfarn. Zu den hin und wieder im Gebiet auftretende Raritäten zählen die gefährdete Schwarze Flockenblume, der Hasen-Klee, der Dreizahn, die Heide-Nelke oder der Genfer Günsel.
 
Da diese Pflanzen der Ginsterheide Düngung nicht ertragen, findet man sie heute meist nur noch zurückgedrängt an sandigen Böschungen und Waldrändern. Bis ins 19. Jahrhundert waren sie aber grossflächig auf und an den Hängen anzutreffen, etwa auf den beweideten Allmenden. Viele Brüsch-Flurnamen belegen dies. Als diese Lebensräume einst grössere Flächen einnahmen, konnten hier die Heidelerche und der Baumpieper brüten.